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Erfahrung
Persistierende Staphylococcus aureus Infektion bei Mukoviszidose
Barbara C. Kahl, Bhanu Sinha, Mathias Herrmann, Georg Peters; Mikrobiologie Münster

Patienten mit Mukoviszidose (CF) leiden häufig an chronisch entzündlichen Infektionen der Atemwege. Staphylococcus aureus wird als einer der ersten bakteriellen Erreger aus den Atemwegen der Patienten isoliert. S. aureus ist ein Erreger, der über eine Vielzahl von sogenannten Virulenzfaktoren verfügt, die es ihm gestatten, den Menschen überaus erfolgreich zu kolonisieren, in tiefer liegende Gewebe einzudringen, der Wirtsabwehr zu entgehen und schwere Infektionen hervorzurufen. Obwohl es durch den Einsatz von Antibiotika gelungen ist, lebensbedrohliche S. aureus Infektionen bei CF Patienten zu verhindern, gelingt es jedoch selten, S. aureus aus den Atemwegen zu eliminieren. In einer 32 Monate langen prospektiven Studie die wir nach sechs Jahren erneut ausgewertet haben, konnten wir nachweisen, das bei vielen Patienten eine persistierende Infektion mit S. aureus vorliegt. Viele Patienten besaßen ihren individuellen S. aureus. Bei den meisten Patienten konnte während der Studie eine lang persistierender S. aureus Klon nachgewiesen werden. Während der persistierenden Infektion kommt es z.T. durch den häufigen Einsatz von Antibiotika und durch bisher unbekannte Wirtsfaktoren zu Anpassung der Bakterien.

Es werden neben den normalen S. aureus Isolaten „small colony variant“ (SCV) Bakterien gefunden, die wesentlich kleiner sind, langsamer wachsen, weniger hämolytisch (Zerstörung der roten Blutkörperchen auf künstlichen Nährboden) sind, vermehrt in menschlichen Zellen überleben und durch eine erhöhte Antibiotika Resistenz gekennzeichnet sind. Elektronenmikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass SCV, die von Patienten isoliert wurden in der Größe und in der Zellteilung stark verändert sind, was Einfluß auf die Persistenz dieser phänotypisch veränderten Bakterien haben könnte.

Wir und andere Gruppen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass S. aureus effizient von verschiedenen Epithelzellen aufgenommen werden kann, ein Mechanismus, mit dem Staphylokokken sich der Wirtsabwehr und der Antibiotika- Therapie entziehen könnten. Insbesondere konnten wir zeigen, dass S. aureus von einer humanen respiratorischen Zelllinie zeit- und dosisabhängig aufgenommen wird, sich intrazellulär repliziert und dadurch den Zelltod herbeiführt. Ein wichtiger Mechanismus für die Internalisierung konnte von unserer Gruppe aufgeklärt werden: S. aureus wird über die Bindung eines Proteins, das sich auf der Oberfläche der Bakterien befindet an Fibronektin gebunden, ein Protein, das extrazellulär im Organismus vorkommt. Fibronektin bindet an bestimmte Strukturen an Epithelzellen und bewirkt dadurch die Aufnahme der Bakterien.


Ich heiße Tim
Ich habe Mukovisizidose.

ich muß viel Husten
ich bekomme oft schlecht Luft
ich muß 3x täglich inhalieren und Atemtherapie
machen, auch sonntags und in den Ferien.
ich habe oft Bronchititis und Lungenentzündung
ich habe oft Bauchschmerzen und Durchfall
ich bin sehr dünn und nehme sehr schlecht zu
ich muß jeden Tag viele Tabletten schlucken
ich bin oft schlapp und müde
ich muß oft zum Arzt und in die Klinik.

Mukoviszidose - Man sieht sie nicht, kaum einer kennt sie, ich habe sie und sie macht mir das Leben schwer! Nur Forschung kann mir helfen.
Ich heiße Maike
Mein ganz "normales" Leben mit CF
20.04.2003

"Super - heute geht es mir ja gut !! Keine Bauchschmerzen, keine Kopfschmerzen und das Wichtigste ist - ich bekomme gut Luft !" Das ist der erste Gedanke und mein Gefühl, womit ich hoffe jeden morgen aufzuwachen. Auch wenn ich morgens schon wieder mit der Therapie anfangen muss, d.h. Inhalieren und Autogene Drainage und nicht zu vergessen die ca. 20 Tabletten am Tag, die ich einnehmen muss.
Aber was soll’s - Hauptsache mir geht es gut oder ?!

Seit meinem 13. Lebensjahr bin ich ständig Sauerstoffabhängig. Ob ich zur Schule gehe oder in meiner Freizeit - die Sauerstoffflasche ist mein ständiger Begleiter.
Aber was soll's - Auch so komme ich gut klar .

Fast ein 3/4 Jahr war ich ständig von Fieber und Schmerzen geschwächt. Dank meinen Ärzten, Therapeuten, meinen Eltern und natürlich meinem Lebenswillen habe ich mich aus diesem "Sumpf" wieder ausgezogen. Es war anstrengend und mühsam. Aber was soll's - heute geht es mir wieder besser .
Und das Beste ist, meine Mutter und Peter sind immer für mich da, wenn ich sie brauche. Superwichtig ist auch mein Freund Andreas für mich, er mag mich so wie ich bin und er gibt mir so viel Kraft.

Auch meine Freunde halten zu mir und akzeptieren mich, auch wenn's mal schwierig wird .
Früher habe ich gedacht, dass sich das Leben nur um die "Scheiss" Krankheit handelt.

Aber es gibt so viel andere Sachen im Leben, die einen glücklich machen können und das ist auch sehr wichtig für mich.

An die blöden Blicke und den dummen Kommentaren von den Leuten die sowieso nichts checken, habe ich mich gewöhnt. Doch mich macht es traurig, dass meine Freunde, ganz besonders mein Freund miterleben müssen, wie gemein andere Menschen sein können.

Endlich habe ich 3 kg zugenommen - habe mir auch Mühe gegeben und werde es weiter tun. Habe zwar immer noch Untergewicht, aber ich bin mir sicher, dass ich bis zum Sommer noch 5 kg ‚drauf’ bekomme ! Muss eben essen, essen und essen !!!

Die letzten Wochen waren einfach Klasse !! Ich konnte mal wieder mit Freunden ein wenig Fahrrad fahren und abends weg gehen - das habe ich mal gebraucht - .

Super das es mir wieder so "Gut" geht

Nachtrag – ca. Mai/Juni 2003


Mein Tageslauf ist immer gleich : Morgens im Bett Atemtherapie d.h. (Inhalieren , Schleim rausbringen ) ; beim Frühstück ca. 10 Tabletten nehmen . Mittags nach der Schule Essen wieder Tabletten , Inhalieren und Krankengymnastik Schleim rausbringen )
Abends Inhalieren und Tabletten nehmen . Zwischendurch bekommen ich Hustenanfälle die wie Krampfanfälle aussehen , ich bin immer am Sauerstoffgerät und hab 2 mal die Woche mit einer Therapeutin Krankengymnastik. Muss ca. 4 mal im Jahr eine Antibiotika Therapie im Krankenhaus ( oder zu Hause ) machen - für jeweils 2 Wochen . Muss immer drauf achten, dass ich viel esse, damit ich zunehme , denn ich wiege sehr wenig .

...... Keiner kann sich vorstellen, was es bedeutet, so eine "Scheiss" Krankheit zu haben , wie es ist oft ausgeschlossen zu werden , wie es ist immer angeglotzt zu werden. Diese Gefühle sind schrecklich und manchmal wünschte ich mir, dass jemand, der sich darüber lustig macht - die Krankheit auch mal für einen Tag hätte, damit diese Person wüsste, wie es ist damit zu leben:

Jeden Tag ums Überleben zu kämpfen !!!!

Zu meiner Homepage kommt Ihr hier
Ich heiße Ulli
Ulli’s Mutter
Schon wieder einer der sagt:“ Das Leben ist kurz und bescheiden“! Schade, denn im Umgang mit einem Mukoviszidosekranken sieht man, dass man mehr daraus machen kann. Unser Leben mit Ulli war immer ein „ Auf und AB“. Pläne schmieden – vergessen. Die Notfälle ließen keinen Platz dafür.

Viermal jährlich stand die zweiwöchige I.V.Therapie mit drei Mal täglich Medikamentengabe über Dauertropf an. Die tägliche Therapie beinhaltete Blutzuckerkontrollen, Inhalationen, Tablettengaben (ca. 80 Stück) und 7 Mahlzeiten. Trotz der in jeder Hinsicht einschränkenden Therapie hatte Ulli sich die Lebenslust erhalten. Er brachte sich als Person und nicht als Kranker zur Geltung. Klar war er sauer, wenn wegen der CF Vorhaben scheiterten. Aber auch dann konnte er aus nichtigen Vorkommnissen etwas Lustiges hervorbringen. Körperlich konnte er sich nicht mit Gleichalterigen messen, aber durch seine Wesensart erfuhr er Anerkennung im Freundeskreis. Ulli’s strahlende Augen bei Erfolgen und waren sie noch so klein, entschädigten für viele Tiefschläge, deren steter Begleiter sein schelmisches Lachen war.

Ulli wurde trotz aufwendiger Therapie nur 19 Jahre alt.

Eine Mutter berichtet,
ihr wisst ja, dass ich prinzipiell gegen das "Aussortieren" werdenden Lebens bin, egal ob wegen Behinderung, finanziellen Problemen etc. etc.
Trotzdem möchte ich ein bisschen Verständnis wecken für diejenigen, die das anders sehen:
Paula kam etwas zu früh und mit nur 2.450g auf die Welt. Füttern dauerte ewig (80 ml ca. 2,5 h und nach 1,5 ging das Ganze von vorne los, jeden Tag 24 h lang - sie war einfach zu schwach und hatte auch keinen Hunger), nach 2 Monaten wurde sie diagnostiziert und bekam Enzyme, trotzdem hat sie nicht wirklich viel zugenommen. Dazu kamen dann Essstörungen, man hatte das Gefühl, sie hätte riesige Schmerzen beim Schlucken - wieder Untersuchungen im Krankenhaus, alle ohne Ergebnis, Magensonde, trotzdem keine wirkliche Gewichtszunahme.
Dann 3 Monate Dauerinfekt mit Fieber (keine Medikamente hatten geholfen
- es hieß nur Virusinfekt) und schließlich ein Atemstillstand. Bis zu diesem Zeitpunkt (sie war da 7 Monate alt) hat sie nie gelacht und man hatte das Gefühl, dass man sie ausschließlich (mit Untersuchungen, Essen, Magensonde etc. etc.) gequält hat. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie leben wollte und ich fühlte mich sehr schlecht, weil ich eben wollte, dass sie lebt. Das ging so weit, dass ich einen Arzt gefragt habe, ob man es nicht akzeptieren müsste, dass sie nicht essen und anscheinend auch (trotz Magensonde und Enzymen) nicht zunehmen will und damit letztlich auch akzeptieren müsste, dass sie nicht leben will.

Wir haben sie nach dem Atemstillstand wiederbelebt (in diesem Moment hat man ja auch nicht die Zeit zu überlegen) aber hinterher haben wir uns gefragt, ob es richtig war oder ob wir nicht ihre (bis dahin) Qualen selbstsüchtig (weil wir doch wollten, dass sie lebt) verlängert haben.

Wäre sie damals gestorben, hätte ich bei einer neuen Schwangerschaft sicher kein Kind mit CF mehr gewollt - nicht wegen mir, sondern weil ich nicht noch mal mein Kind so hätte "quälen" wollen.

Jetzt ist Paula ein munteres kleines Mädchen geworden, die gerne lacht und wenn sie mal krank ist, dann weiß ich, dass sie nach spätestens 1 - 2 Wochen wieder gesund wird. Aber damals war das anders und deshalb könnte ich Eltern, die das einem Kind nicht antun wollen, schon verstehen.

Es ist nicht immer nur eine egoistische Sichtweise der Eltern!

Merkplatt herunterladen Schule und Kindergarten
An alle Eltern mit kranken Kindern,
als ehemals krankes Kind ohne informierte Lehrer wäre ich ganz froh gewesen, wenn mir durch ein aufgeklärtes Umfeld in Kindergarten, Schule, und im Studium die hunderttausend Fragen, blöde Kommentare,und verdächtigende Blicke erspart geblieben wären....
Bist du erkältet?
Willst du ein Hustenbonbon?
Du störst den Unterricht, geh' mal raus
und komm' wieder wenn du nicht mehr husten musst...
Das ist schon sehr merkwürdig, dass du ständig hustest....Was ist denn bloß los mit dir...? Tu nicht so...Stell' dich nicht so an...
Spitznamen: (Hustelinchen, Lunge, TBC, Ricola)
Gipfel aus dem Umfeld war ein Hochschuldozent, der mich am Ende des Semesters zu einem Gespräch unter 4 Augen bat, mir offenbarte, dass meine Hüstelei ein offensichtlicher Aufmerksamkeitsdefekt sei, er mir dringend therapeutische Hilfe nahelegen würde, ach ja, und meine Berufswahl sollte ich auch in Frage stellen aufgrund dieses Kommunikationsdefektes.
(Ironisch genug musste ich in der Broschüre "Mukoviszidose und Berufswahl" lesen, dass man mir, hätte ich eher von der Erkrankung gewusst, strikt von einem sozialen Beruf abgeraten hätte, wo man viel mit Menschen zu tun hat. Heute wäre ich dann vermutlich eine unglückliche Beamtin oder Sekretärin.)
Das schlimmste ist die offene oder verdeckte Unterstellung gewesen
Aufmerksamkeit erregen zu wollen, und sich rechtfertigen zu müssen.
Ich war ja nicht "krank", d.h. war in der Schule, fieberfrei, usw....kurzum: mit
oder ohne Wissen erregt man Aufmerksamkeit. Trotzdem finde ich eine unbequeme Antwort, selbst wenn sie zu Mitleid und Schrecken führt, ist doch besser als Diffusität. Aufklären und
relativieren kann man dann ja immer noch, man ist zumindest im konstruktivem
Gespräch.
Was hätte noch alles passieren können: Sicher hätte ich in Sport noch bessere Noten bekommen als ohnehin, wenn man die Leistung zusätzlich unter CF beurteilt hätte, und meine Klasse hätte sich evtl. nicht getraut mich jahrelang als "klein und unterentwickelt" zu hänseln.
Ab und zu ist Schutz glaube ich einfach mal nötig. Damit meine ich natürlich nicht, die Kinder in Watte zu packen, es muss ja auch irgendwas dazwischen geben.
Mir wäre es lieber gewesen den ganzen diffusen Belästigungen, die mein Umfeld (und auch ich) aushalten mußte einen Namen geben zu können, selbst wenn der mit Muko anfängt und mit viszidose aufhört.
Hätte man im Bio LK auch prima für Genetik verwenden können....
Ich habe in der Grundschule immer ein normales Butterbrot dabeigehabt, und bekam Schulmilch einmal täglich. Hatte natürlich oft Blähungen und Bauchschmerzen und wollte nicht auffallen, was natürlich schmerzhaft und stigmatisierend ist. Das gilt halt für das gesamte Leben in der Öffentlichkeit.

Innerfamiliär gab es auch interessante Phasen, z.B. dass meine Eltern mal eine Phase lang dachten ich hätte eine Eßstörung, da ich Unmengen Nahrungsmittel vertilgte, aber dünn wie ein Strich war. Einmal haben sie mich ernsthaft gefragt, ob ich mich heimlich übergebe. Wäre mir natürlich nie im Leben eingefallen, ich hatte einfach nur Hunger :)

Ach ja, und die Pubertät war auch nicht lustig, vor allem wegen dem Aspekt der mangelhaften körperlichen Entwicklung durfte ich mir viel demütigenden Blödsinn vom männlichen Geschlecht anhören....




 
 

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